G.BIZET "CARMEN" (CARMEN)

«..Als er vor zehn Jahren die denkwürdige Aufführung von George Bizets Oper mit jungen Petersburger Künstlern vorbereitete, fiel die Wahl des prominenten Dirigenten Mariss Jansons (vor zwei Wochen feierte die Musikwelt seinen 75 Geburtstag) für die Rolle der Carmen auf die Studentin des Petersburger Konservatoriums Margarita Gritskova. Vor wenigen Tagen feierte Margarita Gritskova, die heute an der Wiener Staatsoper singt, ihr Debüt als Carmen auf der berühmten Bühne an einem Opernabend, hinter dem im abwechslungsreichen Opernprogramm der österreicheschen Hauptstadt viele Ausrufezeichen gesetzt worden sind. Zwischen diesen beiden Meilensteinen in Margaritas künstlerischer Laufbahn, die mit ihrer großartigen Stimme, ihrem schauspielerischen Können und ihrem Temperament eine Carmensita, wie sie im Buche steht verkörpert, liegen nach Abgang vom Petersburger Konservatorium erst das Theater in Weimar und dann die Anstellung an der Wiener Staatsoper mit einer Vielzahl von Auftritten. Und hier ist sie wider die unbeständige und leidenschaftliche Zigeunerin.»
Andrej Zolotow-Junior, RGRU.

„..Dank dieser Qualitäten ist das Meisterwerk des Franzosen, der selbst nie in Spanien war, über Jahre hin zur weltweit meistgespielten Oper überhaupt geworden. Dass sie auch für kleinere Musiktheater geeignet ist, heißt allerdings keineswegs, dass sie nicht auch für die ganz großen, internationale renommierten Flaggschiff-Häuser eine Herausforderung sein kann – wie in diesem Falle für die Wiener Staatsoper. Denn hier geht es nicht nur um schöne, sondern vor allem – ganz besonders mit Sicht auf die Titelfigur – um charakteristische Stimmen. Die kamen in diesem Falle mit der Petersburgerin Margarita Gritskova als Carmen und dem polnischen Tenor Piotr Beczala aus dem Osten und fanden bei der Kritik nachhaltige Zustimmung..“
Deutschlandfunk Kultur

„..Margarita Gritskova darf sich rühmen, neben diesem Superstar Petr Beczala voll bestanden zu haben. Dass ihre „Carmencita“ in den beiden ersten Akten Furore machen würde, war zu erwarten: Habanera, Seguidilla und vor allem das „Chanson Bohéme“ werden geträllert, als „vokaler Köder“ vorgetragen und runden die optische Wirkung der in St.Petersburg geborenen Mezzo-Sopranistin ab. Aber wie würde sich die tiefe Karten-Arie und das Finale bei ihr anhören? Nun: ich war erstaunt, wie viel Stimm-Material in der zweiten Hälfte der „Carmen“ zu vernehmen war; jedenfalls steht ihr eine große internationale Karriere bevor..“
Peter Dusek, online merker

„..Das ist derzeit der Fall: Von der Mähne bis zum Stöckel auf Vamp gepolt, stellt Margarita Gritskova eine veritable Lockung dar. Ein beachtliches Rollendebüt, anfangs zart getrübt durch ein verhangenes Timbre, später aber gekrönt durch Attacken von pfefferminzartiger Frische..„
Wiener Zeitung

„..Die für das Wiener Publikum ebenfalls neue Carmen der Margarita Gritskova passte sehr gut zu diesem Don José: eine schwungvolle, eine erfrischende Carmen, mit einem in leicht abgedunkelten Farben funkelnden, elastischen Mezzo ausgestattet. Ihr jugendlicher Elan paarte sich mit selbstbewusstem Stolz, und erotischem Kalkül, ohne aber in eine „Vamp-Pose“ zu verfallen. Dass sie Don Jose bereits im ersten Akt leidenschaftlich küsst, über diesen Punkt bin ich noch unschlüssig: Es wirkte einerseits spontan, geboren aus jugendlichem, unbekümmertem Überschwang, andererseits nahm es doch ein wenig die Subtilität aus der sich anbahnenden Beziehung..“
Dominique Troger, online

«..Margarita Gritskova hat „Alles“ für die Carmen. Stimmlich ist sicher alles da, was fehlt ist die richtige Führung eines Maestro am Pult, von Spinosi kam leider nichts. Darstellerisch spielt sie ganz richtig die von Trieb und Lust und Freihheitsdrang Getriebene, die unabhängig sein will und keine Sekunde käuflich ist, nicht für das schönste Schmuckstück. Wirklich fertig und ganz besonders gut gelang die „Kartenarie“ und das Schlussduett...»
Elena Habermann, online merker

«..Jemand der als Carmen auf der Bühne steht, übernimmt damit nicht einfach nur die Rolle der «Carmencita», sondern auch die des Blickfängers für das Publikum, und jeder der dabei war, konnte sehen wie überwältigend Margarita Gritskova auch in dieser Rolle war. Ohne in übermäßig komplizierte Bewegungsabläufe zu verfallen, brachte sie nicht nur ihre Sinnlichkeit und Unbeschwertheit, sondern auch ihre Überzeugungskraft sehr nachdrücklich zum Ausdruck, kurz sie hatte alles zu bieten, was man bennötigt um einen Don Jose zu überzeugen. Gesanglich hat der Pariser Komponist umgehend alle Akzente gesetzt, als wolle er damit klar sagen, egal wer Carmen herausfordert, sie steht schon im Voraus als Siegerin fest, dabei übernimmt die von einer kraftvollen musikalischen Begleitung getragene Margarita Gritskova die Führung, wie es sich für eine echte Leitfigur auch gehört..».
Platea Magazine